Aktuelles in Buchen

Schmerzlich ist, dass soziale Kontakte weitestgehend reduziert werden – keine Treffen im KDFB, keine Gottesdienste, keine lang geplanten Veranstaltungen. Wir zeigen Vernunft und bleiben zuhause. Bis auf weiteres müssen auch wir leider unsere Veranstaltungen absagen.

Gebet in schweren Zeiten

 

 

solibrotDer Arbeitstag von Bettina Müller geht früh los. Um 2 Uhr ist die Nacht vorbei. Dann knipst sie den Lichtschalter in der Backstube an und macht sich

daran, die leckeren Teige für die Backwaren des Tages zu rühren und zu kneten. Darunter ist auch das „Solibrot“, mit dem die Bäckerei „Zuckerbeck“ gemeinsam mit dem katholischen Frauenbund Buchen während der Fastenzeit an der Aktion des KDFB-Diözesanverbandes Freiburg und des katholischen Hilfswerks Misereor teilnimmt.
Bereits zum dritten Mal ist die begeisterte Bäckermeisterin bei „Solibrot“ mit von der Partie, seit die Bäckerinnung Buchen ab 2018 auf Initiative von Peter Schlär geschlossen daran teilnimmt. Bettina Müller (geborene Breunig) wusste schon als Kind, was für einen Beruf sie ergreifen will: das Handwerk der Vorfahren, die seit 1865 in Hainstadt Brot backen. Die Tochter des Hauses hat den Betrieb 2017 von den Eltern übernommen. Das hat ihren Vater natürlich froh und stolz gemacht.
Für das „Solibrot“ hat sie das „Gassenhauerbrot“ auserwählt. Es zeichnet sich durch eine ganz weiche Krume und eine knusprige Kruste aus. Der Kunde kann es mit und ohne Kümmel kaufen. „Das Tolle am Bäckerhandwerk ist, dass man kreativ sein kann und jeden Tag etwas Sichtbares produziert“, sagt Bettina Müller. Zudem freut es die 36-Jährige, die Leute jeden Tag mit eigenen Backwaren verwöhnen zu können.
Um 12 Uhr verlässt die junge Frau die Backstube. Dann ist die Familie an der Reihe, zu der zwei kleine Kinder gehören. Für sie war es keine Frage, ob sie an der Solidaritätsaktion des Frauenbundes mitmachen soll. Ihr Beitrag ist für sie selbstverständlich. Und so wirbt sie mit einem Plakat und einer Spendenkasse, die sie auf der Verkaufstheke aufstellt, in der Hoffnung, dass ein ordentlicher Betrag zusammenkommt.
Das darf nicht nur der Teil aus dem Kauf des „Gassenhauerbrots“ sein, sondern auch mal der ein oder andere Euro – einfach so. Durch viele kleine Spenden kommt eine große Summe zusammen. Durch die „Solibrot“-Aktion wurden seit der ersten Teilnahme im Jahr 2013 bisher über 6000 Euro zusammengetragen. Zu den 14 Mitgliedern der ehemaligen Bäckerinnung Buchen kommen noch drei weitere Betriebe hinzu. Aus dem Bereich der Seelsorgeeinheit Buchen beteiligen sich die Bäckereien Ottmar Lunkenheimer, Stefan Wittemann, Peter Schlär, Linus Schmitt und Peter Weber in Buchen, der „Zuckerbeck“ (Oskar Breunig) und Robert Seifert in Hainstadt sowie Theo Slepkowitz in Hettingen.
Die Aktion läuft von Aschermittwoch bis Karsamstag.
Und so machen sich Misereor und der Deutsche Frauenbund gemeinsam stark für gerechte Lebensbedingungen für Frauen und Familien in südlichen Ländern. Zugleich werden Bäckereien vor Ort mit dem Kauf des „Solibrots“ unterstützt.

7.11.2019 | Rhein-Neckar-Zeitung| ein Bericht von Maria Gehrig

Die katholische Kirche steckt in Zeiten des Umbruchs. Priestermangel, Missbrauchsskandal, eine überkommene Sexualmoral, vermehrte Kirchenaustritte und mangelnde Gleichberechtigung beim Zugang für Frauen zu den Weiheämtern rufen nach Veränderung. Die Diskussion ist voll im Gang. Und so veranstaltete der katholische Frauenbund Buchen einen Film- und Gesprächsabend unter dem Motto „Maria, schweige nicht“, zu dem die Vorsitzende Ingrid Weinmann ein interessiertes Publikum willkommen hieß.

Der Frauenbund greift damit das Anliegen der freien Frauen-Initiative „Maria 2.0“ auf und weist so auf die Forderung nach einer zukunftsfähigen, geschwisterlichen und glaubwürdigen Kirche hin. Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, Priestern und Laien, eine partnerschaftliche Kirche und der Zugang aller Getauften und Gefirmten zu Sakramenten und Ämtern sind die Ziele.

Außerdem wird der Abbau klerikaler Machtstrukturen gefordert, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Nicht zuletzt geht es um eine Sexualmoral, die die Lebenswirklichkeit von Menschen achtet.

In der Frauenbund-Initiative „Maria, schweige nicht“ sprächen Frauen über notwendige Veränderungen in der Kirche und stärkten sich gegenseitig, wie Regina Köhler vermittelte. Im Donnerstagsgebet werde für die Erneuerung der Kirche gebetet. Das Tragen eines weißen Accessoires im Gottesdienst symbolisiere die Taufgnade, die sowohl Frauen als auch Männern verliehen sei.

Die Referentin für Frauenpastoral brachte im Wimpinasaal vor rund 50 Frauen und wenigen Männern etwas Ordnung in die verschiedenen Initiativen von katholischen Frauen, denen an der Kirche und an der Verkündigung der frohen Botschaft gelegen ist.

Köhler erläuterte nicht nur die Positionen des Frauenbundes, sondern auch die der Frauengemeinschaften (KFD) mit ihren Aktionen „Macht Licht an!“ und „Frauen, worauf wartet ihr?“, in der es um eine geschlechtergerechte Kirche geht. Sie verwies auf den Schweizer Frauenbund, der seine Aktion „Gleichberechtigung.Punkt.Amen“ nenne.

Allerdings gebe es nicht nur fortschrittliche Tendenzen, sondern auch konservative Kreise unter dem Namen „Maria 1.0“, die keine Aktualisierung der Frauenrolle in der Kirche wollten, sondern am jetzigen Status Quo festhalten möchten, so Köhler. Die Frauen sollten sich mit den Forderungen ihres jeweiligen Verbandes auseinandersetzen und sich fragen: „Kann ich da mitgehen?“

Gespannt verfolgten die Besucher den Film „Jesus und die verschwundenen Frauen“. Er machte deutlich, wie Frauen, die Jesus nachfolgten, aufgrund einer männerzentrierten Sprache fast völlig aus den Evangelien verschwanden – und auch später im Bewusstsein des frühen Christentums nicht mehr präsent waren.

Maria Magdalena, die Jesus nahe stand, wichtigste Zeugin bei dessen Kreuzigung und seine erste Apostelin war, wurde später als Sünderin dargestellt. Auch Lydia, die als erste Christin in Europa getauft wurde, taucht in den Schriften kaum mehr auf. Ähnlich erging es Phöbe aus Kenchreä, die im Dienst der Verkündigung der frohen Botschaft tätig war.

Inzwischen rehabilitiert ist die Apostelin Junia, die deshalb aus den Büchern genommen wurde, weil man ihren Namen in die männliche Form umwandelte. Dank der Forschung einer Amerikanerin ist Junia seit 2016 wieder anerkannte Verkünderin des Gotteswortes.

In der anschließenden Diskussion war viel Frust zu spüren. Von einer kritisch eingestellten Katholikin wurde gefordert, lautstark zu bleiben, damit die Frauen der Kirche nicht gänzlich davonliefen.

Zurückhaltung seitens der Frauen sei fehl am Platz, denn es gebe hochbegabte Theologinnen, die sich nur zu gern einbringen würden. Bedauert wurde, dass momentan nichts vorangehe. „Wir laufen gegen eine Wand“, war von anderer Seite zu hören.

Angeprangert wurden das Machtgehabe der katholischen Kirche sowie die patriarchalischen Strukturen.

Dass Klagen und Jammern allein nicht die Lösung sein könne, machte Regina Köhler deutlich. Sie rief dazu auf, neue Ideen zu entwickeln, solidarisch zu sein und weiter das gesteckte Ziel zu verfolgen. Dekan Johannes Balbach betonte, dass man die nötige Akzeptanz in der Kirche und der Gesellschaft brauche.

Am Ende des informativen Abends ermunterte Regina Köhler die Frauen, sich argumentativ zu positionieren mit dem Beispiel: Eine Frau als Priesterin? – Warum nicht? Denn deutlich wurde im Saal, dass viele Frauen keine schweigende Dienerinnenschar mehr sein wollen.

 

 

Montag, 4.11.2019 | 19.30 Uhr | „Maria, schweige nicht!“ Film- und Gesprächsabend

mit Regina Köhler, Referentin für Frauenpastoral

Der Kath. Frauenbund greift das Anliegen der Initiative "Maria 2.0" auf und unterstreicht das langjährige Engagement des KDFB für eine zukunftsfähige, geschwisterliche Kirche, in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind.

Der Frauenbund setzt sich ein für eine partnerschaftliche Kirche und den gleichberechtigten Zugang von Frauen zu allen Ämtern. Der Film „Jesus und die verschwundenen Frauen“ gibt die Grundlage für die sich anschließende Diskussion. Darin geht es darum, dass viele Frauen, die Jesus nachfolgten, aufgrund einer männerzentrierten Sprache in den Evangelien nahezu unerwähnt blieben und so aus unserem Bewusstsein und der Geschichte des frühen Christentums verschwunden sind. Aber Frauen waren Zeuginnen, Apostelinnen und Gemeindeleiterinnen.